Februar 2000: |
Bericht über Achim und Wastl auf dem Aconcagua, dem höchsten Berg von Amerika |
In unserem Bericht Achim on tour haben wir die Reise von Achim und Wastl (mehr oder weniger life) beschrieben. Sie hatten sich im November/Dezember '99 aufgemacht, den höchsten Berg von Amerika zu besteigen.
In
diesem Bericht wollen wir die Tour mit aktuellen Fotos illustrieren. Laut Achim
fing die Reise schon gut an. In München hob das Flugzeug mit einstündiger
Verspätung ab, so daß die beiden in Madrid ihren Anschlußflug
verpassten. Also mußten sie einen Umweg über Rio in Kauf nehmen.
Von Buenes Aires ging es dann endlich nach Mendozza, wo sie mit
einem halben Tag Verspätung angekommen sind.
Auf diesem Foto ist Wastl auf dem Flughafen von Rio de Janeiro zu sehen. Achim war etwas enttäuscht über den Umweg: Durch den dichten Nebel sei noch nicht einmal der Zuckerhut zu sehen gewesen.
In Mendozza sind sie von einem österreich-deutschstämmigen
Herren abgeholt und in die Berge gebracht worden.
Der letzte Ort der Zivilisation: Punta del Inca. Wastl sortiert das Gepäck. Was für eine Nacht benötigt wird, schleppen Achim und Wastl auf ihrem Rücken. Der Rest wird von Gauchos auf dem Rücken derer Mulis zum Basislager gebracht.
Das untere Foto passt nicht ganz in den temporalen Ablauf, dafür aber zum Thema des oberen Foto. Es zeigt einen Gaucho, der das Gepäck von Achim und Wastl vom Basislager abhohlt, um es wieder ins Tal zu bringen. Die beiden haben an dieser Stelle den Aufstieg schon hinter sich und sind gerade auf dem Weg zum Tal nach Punta del Inca.
Dieses Foto ist wahrscheinlich noch in der Nähe des
Basislagers entstanden. Achims eindeutiges Indiz: 'Da hatten wir noch Tomaten'!
Zum Rest der Tafel: Da es in Argentinien nur Weißbrot zu kaufen gibt,
hatten sie aus Österreich 2 kg Brot mitgebracht. Die übrigen
Lebensmittel haben Achim und Wastl vor Ort eingekauft, wobei die Preise (außer
bei Obst und Gemüse) nicht niedriger sind, als bei uns.
Die Äpfel sind ihnen zwischenzeitlich eingefroren, durch
eine leichte Erwärmung per Benzinbrenner machten die Beiden daraus so etwas
wie Bratäpfel. 1 kg Möhren wurden auch eingekauft, doch Achim
sah nicht ein, ein solch enormes Gewicht mit vergleichbar wenig Nährstoffen
den Berg rauf zu schleppen. Er überließ sie Wastl, der sie später
auch größenteils wieder hinunter schleppte.
Zwischendurch ein paar Stimmungsbilder: Links oben ein Guanaco,
insgesamt haben Achim und Wastl drei Stück gesehen. Dieses hätten
sie am Gipfel auf ca. 3500m getroffen. Offenbar war es nicht so scheu, wie man
es beispielsweise von unseren Rehen kennt: Sie konnten sich bis auf 10 m an
das Tier nähern.
Das Bild oben rechts zeigt die 'wetterfeste' Unterkunft von Achim und Wastl
nach einem Schneesturm.
Dieser Gipfel hat eine Höhe von ca. 6100m. Achim
und Wastl befinden sich hier auf dem Cima Plata. Um sich an die Höhenunterschiede
zu gewöhnen, mußten sie ständig auf und ab wandern. Im Detail
kann das folgendermaßen aussehen: Der Bergsteiger wandert zum nächst
höheren Lager und kehrt wieder zum Ausgangspunkt des Tages zurück,
um dort eine Nacht zu schlafen. Dann geht er wieder zum nächst höheren
Lager, und schlägt dort sein Zelt für die nächste Nacht auf.
Und immer so weiter, immer höher. Als Achim und Wastl an dieser Stelle
angelangt waren, war die Akklimation soweit vollbracht und hat etwa eine
Woche gedauert. Auf dieser Etappe ist den Beiden bei einem starken Windstoß
das Zelt weggepustet worden. Sie hatten es vor dem Einpacken noch kurz zum trocknen
ausgelegt. Es flog etwa 50-100 m tief auf den nächsten Gletscher. Glücklicherweise
blieb das Zelt unbeschädigt, doch kostete diese Aktion Zeit und Kraft.
Noch zwei Übrigens: Im Hintergrund ist der Aconcagua zu sehen und
in dieser silbernen, bepfeilten Dose liegt ein Gipfelbuch. Da kann sich
jeder, sozusagen als Gast, eintragen. Achim erklärte, es sei schon interessant
darin zu blättern und manchmal könne man sogar Bekannte darin entdecken.
Nun, was da schwer bepackt auf den Bildbetrachter zugestackst kommt, ist Wastl. Achim und er wollten über die Polenroute auf den Gipfel gelangen, dort war jedoch zuviel Plankeis. Mangels entsprechendem Plankeis-Material entschlossen sie sich zur Umkehr und setzten ihren Weg entlang eines vereisten Steilhanges fort.
Einige Zeit später, 80 Höhenmeter vor dem Gipfel,
entschloss sich Achim, ein kurzes Päuschen einzulegen. Seine eigenen Worte:
'Mein Akku war leer - zwei Schritte vorwärts, einen rückwärts
und kräftezehrender Gegenwind.' Diese Entscheidung loben wir als sehr vernünftig.
Verbissener Ergeiz hat schon manchen Bergsteiger zu tiefem Fall gebracht. Insgesamt
sind am Aconcaguaca. 60-70 Tote zu beklagen, allerdings seltener durch Abstürze.
Hauptsächlich waren Wettereinbrüche und Höhenkrankeit
die Ursache. Die Höhenkrankheit äußert sich übrigens durch
starke Kopfschmerzen oder ein Rasseln in der Lunge. Diese Symptome weisen
auf ein Lungen- oder Gehirnödem hin.
Wastl hat also alleine die restlichen Meter erklommen, und da er aus Ellmau
und nicht aus Mursche stammt, hat das mit dem Hissen der Murscher Flagge
nicht so ganz geklappt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden: Achim juckt
es gehörig in den Knochen, sich an dem Gipfel irgendwann doch nochmal zu
versuchen.
4200 m: Auf dem Weg zum Basislager 'Plaza de Mulas'. Wastl und Achim hatten jeweils ca. 25 kg Marschgepäck den Berg hinunter zu tragen. Der Weg vom Basislager zum Tal wurde ihnen zumindest in Kilogramm erleichtert: Die Gauchos transportierten das Gepäck auf ihren Mulis zum Fuß des Berges. Diesen erreichten sie nach Zeitplan und konnten so den Rückflug pünktlich antreten.
An dieser Stelle sei eine kleine Anekdote erzählt:
In der Nacht vom 4. auf den 5.12. wollten Achim und Wastl in einer Hütte
auf 5900 m, also kurz vor dem Gipfel, übernachten. Als sie sich gerade
in der Herberge ausbreiteten, kamen 10 Argentinier, die selbiges vorhatten.
Da die Hütte aber nur ausreichenden Platz für 10 Leute bot, entschlossen
sich Achim und Wastl, ihr Zelt vor der Hütte aufzuschlagen. Da harrten
sie bis ca. 1.30Uhr in einem nennenswerten Sturm aus. Achim war sehr
über Wastls Ruhe erstaunt, denn der konnte bei heulendem Wind, der das
Zelt samt Inhalt fortzupusten drohte, tief und fest schlafen. Achim gelang das
nicht. Als Wastl endlich auch mal wach wurde, zogen sie dem Zelt dann doch ein
beengtes Nachtlager mit den Argentiniern vor - nun waren sie aber die letzten
in der Hütte und mußten mit den Schlußplätzen vorlieb
nehmen.
Ein Friedhof der einheimischen Christen in Punta del Inca. Fast die gesamte Bevölkerung stammt von den Europäern ab. Der indigene Bevölkerungsanteil beträgt nur knapp 2%.
Diese Bronze stellt einen Teil des Weges zur argentinischen Unabhänigkeit dar. Links oben ist José de San Martin (1778-1850) zu sehen. Er baute 1815 ein großes Heer auf, um das Land von der Kolonialherrschaft zu befreien. Um Waffen beschaffen zu können, gaben Frauen - angeblich freiwillig - ihren Schmuck ab(r.o.). Links unten ist ein Mönch darstellt, der den Schmieden Anleitung zur Herstellung von Waffen gibt. 1816 erklärte sich Argentinien unabhänig, doch von Peru aus wurden weite Teile des Landes von den Spaniern kontrolliert. Also zog San Martin mit etwa 10000 Pferden und Mauleseln über die Hochanden (Bild u.r.). In den Anden wurden die Spanier am 12. Februar 1817 gemeinsam mit den Chilenen von den Argentiniern besiegt. 1818 errang auch Chile die Unabhänigkeit, 1821 Peru, wiederum mit San Martins Hilfe.
Dieses Bild nahm Achim in Buenes Aires auf. Trotz der sommerlichen Temperaturen ist auch hier der Weihnachtsmann im warmen, roten Mantel gekleidet und hat einen langen, grauen Bart.
Resümee: Achim würde gerne diese Reise wiederholen, aber nicht ausschließlich wegen des Aconcaguas, sondern weil Land und Kultur Argentiniens ebenfalls sehr reizvoll sind.
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