April 2001: |
Fiezprämierung im Backes - der SWR und morshausen.de berichten |
Am 01. April 2001 hatten die Fiezfreunde Morshausen zur traditionellen
und bereits zweiten Fiezprämierung geladen. Zur Erläuterung für
unsere
eher international orientierte Leserschaft: Fiez (im Volksmund auch "Montezumas
Rache", "Schwedentrunk" oder "Schierlingsbecher") ist
die Hunsrücker Antwort auf den Frankfurter Äppelwoi und besteht aus
vergorenem Apfelsaft. Der Rohstoff kommt aus der unmittelbaren Umgebung,
den sonnigen Lagen rund um Morshausen. In die engere Wahl kommen nach der Lese
nur Äpfel mit einem Ätzle-Grad von mindestens -35, damit der charakteristisch
Nachgeschmack nicht von einer fruchtigen Note übertüncht werden kann.
Ursprünglich fand die Fiezerstellung auf nahezu jedem Hof statt; sie wird aber heute nur noch von einer handvoll Experten wirklich beherrscht, von denen die anerkannt besten allesamt in Morshausen leben. Nachdem in den letzten Jahren der dorfinterne Streit um den besten Fiez immer mehr in unsachlicher Parteinahme und gegenseitigen Anschuldigungen eskalierte (teilweise wurde sogar der Zusatz von Bitterstoffen unterstellt), wurde die Murscher Fiezprämierung ins Leben gerufen.
In diesem Jahr fand die Angelegenheit ein ganz besonderes Medieninteresse, weil sich der Verbraucher in Zeiten von BSE und der Maul- und Klauenseuche sehr viel intensiver für Naturprodukte interessiert, die den hektischen Produktionsbedingungen industrialisierter Landwirtschaft entzogen sind. Deshalb fand sich auch ein Team vom Südwest-Rundfunk (siehe erstes Bild bei der Besprechung des Drehbuchs mit dem Schewwe) um dem Wettbewerb beizuwohnen.
Die
Veranstaltung fand im Murscher Backes statt. Um den erwarteten Zuschauerandrang
angemessen zu verpflegen, war extra Brot gebacken worden, das mit allerlei Hausmacher
Wurstspezialitäten belegt und verteilt wurde (leider haben wir vom Brottisch
kein Bild vorliegen, aber immerhin von seinem Verzehr). Insgesamt neun örtliche
Fiezhersteller waren bereit, sich der objektiven Prüfung der Juroren zu
unterziehen. Zu der Jury gehörten Robert
Liesenfeld (Morshausen), Walter Beres (Laudert) sowie
Rudl Kaster, Dirk Eberhard, und Knebb Biersch (Morshausen).

Die Bepunktung fand nach einem erprobten Verfahren statt. Jeder der Verkoster hatte eine Prüfliste (siehe Abbildung), auf denen die Fiezhersteller, anonymisiert durch Buchstaben, mit jeweils bis zu drei Punkten prämiert werden konnten. Die absolute Anonymität war durch ein Grundprinzip des Bürgermeisters gewahrt (Zitat: "Außer mir weiß keiner, welcher Buchstabe für wen steht, und ich weiß es auch nicht!").
Das
Fernsehteam nahm den Fiez derweil optisch in Untersuchung. Da die Äpfel
alle aus der gleichen Region stammen, sind die Unterschiede in der Farbgebung
nicht besonders groß.
Bei der Ermittlung des Siegers wurde es besonders
besonders auf den Plätzen zwei und drei spannend: hier mußte ein
Stechen zwischen Wein C und Wein G stattfinden, das aber schließlich doch
klar entschieden wurde. Mit dem dritten Platz garnicht mal schlecht platziert
war der aus Köln zugezogene KH-Dick. Den Zweitplatzierten hat der Autor
gerade vergessen.
Drittplatzierter: KH-Dick

Einen klaren Punktsieg gab es für
Wilfried Seus (Bildmitte). Freudestrahlend nahm er seine Urkunde entgegen
und versprach, den anderen Teilnehmern ein paar Tricks zu verraten, wie man
ihren Fiez genießbar machen kann.
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