Einweihung Traumschleife "Murscher Eselsche"

Am Pfingstsamstag ist die Traumschleife „Murscher Eselsche“ eröffnet worden. Treffpunkt war zur Mittagsstunde vor der Bürgerhalle. Eine beachtliche Zahl wanderlustiger Naturfreunde hatte sich versammelt, wobei dieser der auffälligste war. Auf die Frage „das ist aber jetzt nicht dein ernst, oder?“, antwortete Michael gelassen: „Ja doch, ist es, vom Bierbrunnen hier bis zum Bierbrunnen in Wisjes schaffe ich es locker.“
Unser Bürgermeister eröffnete die Feier mit seiner Rede und erzählte, wie alles begonnen hatte: „Als wir vor ca. zwei Jahren zu einer Informationsveranstaltung (...) eingeladen wurden und uns das Konzept einer Traumschleife vorgestellt worden war, war mir an diesem Abend schon klar, dass wir die Vorraussetzungen für eine solches Konzept hatten. Was mir aber nicht klar war: Wer soll die ganze Arbeit leisten.“

Nach diesem Treffen lud Horst zu einer Versammlung in die Bürgerhalle ein. Er freute sich sehr über Teilnahme von fast 40 Mitbürgern. Alle Anwesenden erklärten sich gern dazu bereit, mit ihrer Hände Arbeit und kreativer Kopfarbeit an dem Gelingen dieses Projektes mitzuwirken.

Dann wurde zwei Jahre lang gemacht und getan. Spätestens seit dem Herbst 2011 wurden die Arbeiten auch für unbeteiligte sichtbar. Die wenigen, die womöglich noch nichts von dem Vorhaben gehört hatten, wunderten sich über die vermehrte Aktivität auf den unmöglichsten Pfaden rund um Mursche.

Und im noch frischen Frühling dieses Jahres tauchten an allen Ecken und Enden plötzlich einsame Betonschuhe, große Tische mit Bänken, Pfosten in den Betonschuhen und Kunstwerke auf. Nach den vielen Vorarbeiten waren das sichtbare Zeichen dafür, dass sich die Arbeiten dem Ende näherten. „Samstags bei nicht immer schönem Wetter war es eine wirklich schöne Zusammenarbeit“, die zu dem stilvollen Ergebnis des „Murscher Eselsche“ geführt hat.
Der Einladung zur Eröffnung der Murscher Traumschleife folgten mehr als 200 Menschen, Murscher und auch Besucher, die sich in irgendeiner Art und Weise dem Ort verbunden fühlen. Verbandsbürgermeister Unkel war ebenfalls eingeladen und hielt eine Rede. Auf dem Foto ist er links neben unserem Bürgermeister zu sehen. Herr Unkel nannte die Kosten und wog diese gegen den gemeinnützigen Vorteil ab. Er betonte den Vorzüge für die Region durch die Ortsübergreifende Zusammearbeit. Zukünftig wird der Rhein-Hunsrück-Steig über die Murscher Schleife laufen. Finanziert wurde das Projekt durch Zuschüsse von der Verbandsgemeinde Emmlshausen, dem Land Rheinland-Pfalz, von der EU und durch Sponsoren. Ohne diese finanzielle Unterstützung wäre der Ausbau der neuen Wanderpfade nicht möglich gewesen.
Im zweiten Teil seiner Rede dankte unser Bürgermeister Horst im besonderen allen Helfern, die sich an den Arbeiten der Murscher Traumschleife ehrenamtlich beteiligt hatten.
Ganz besonders dankte er dem „ eigentlichen Vater der Murscher Traumschleife“ Komes Thomas, der in ungebrochenem Engagement das Projekt tatkräftig sowohl beruflich als auch privat vorantrieb.
Ebenso dessen Vater Kurt, der unter der Woche die Arbeit im Wald nacharbeitete, die an den Samstagen nicht vollendet werden konnte. „Kurt hat es sich auch nicht nehmen lassen, seinen Fiez, den es nachher unten im Backes gibt, zur Verfügung zu stellen.“
Ausserdem erwähnte er Fritz, der sich um das ansprechende Design und die Textarbeit der gesamten Beschilderung gekümmert hatte. Dessen Seite www.grafikdesign-eger.de ist übrigens unbedingt ein Besuch wert.
Auch Schreinersch Rudi erwähnte Horst namentlich. Der hatte in aufwendiger Arbeit eine Sitzgruppe entworfen und erstellt, die unterhalb der Rexwiese installiert worden ist.

Horst betonte, dass er an dieser Stelle nicht alle Helfer beim Namen nennen kann, dass aber auf jeden Fall allen sein Dank gelte. Einen von diesen stillen Helfern wenigstens haben wir erwischt: Balle Erwin, der schon seit Jahrzehnten tatkräftig am Leben und Werden der Gemeinde mitwirkt, hat sich in seiner üblichen charmanten Art im Hintergrund gehalten. An dieser Stelle also ein ganz persönlicher Dank an Erwin, für seine ungebremste Arbeit für unser schönes Dorf.
Alles in allem ist an unzähligen Stellen des Traumpfades zu erkennen, wieviel Schaffenskraft in dem (angeblich listigen) Hunsrücker Bergvolk steckt.
  Ein Ereignis der ganz besonderen Art war die Auszeichnung für Sandy und Ali: Eine Urkunde mit dem Prädikat „zwei Sterne“ erhielten die Geschwister von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH und dem Landesverband für Hotel- und Gaststättengewerbe. Von der Hunsrück-Touristik erhielten Sandy und Ali die Berechtigung, als zertifizierter Wandergastgeber zu werben. Schön, dass es dieses Gasthaus in unserem Ort gibt, ebenfalls ein wichtiger Bestandteil für die freundliche Lebendigkeit unseres Ortes.  
Fonz ergriff ebenfalls das Wort und behauptete doch glatt, er hätte „so etwas noch nie gemacht.“ Er dankte für die Einladung des Männergesangvereines, die Eröffnung der Traumschleife begleiten zu dürfen. Ausserdem dankte er Steffi, die vertretungsweise als Dirigentin eingesprungen war: „Die Steffi hat uns noch nie im Stich gelassen.“
Und er nutzte die Gelegenheit, Werbung in eigener Sache zu machen, da der Verein sich derzeit sehr um Zuwachs bemüht. Fonz fand, dass sich keiner zu scheuen braucht, zu singen, „denn wie mein Sangesbruder Bruno schon sagte: Die Wälder wären sehr still, würden nur die begabtesten Vögel singen.“

WER ALSO LUST HAT, IM MÄNNERGESANGVEREIN ZU SINGEN, DER DARF SICH GERNE BEI FONZ MELDEN (kontakt@morshausen.de).

Steffi hatte jedenfalls keine Probleme, ersatzweise zu dirigieren, manch einer fühlte sich zum Schunkeln bemüßigt.

 

Nach einer etwa 30 minütigen Eröffnungsfeier durfte Leon als jüngster Helfer das Band als Symbol zur Eröffnung der Traumschleife  durchschneiden.
Die Gäste stiefelten meist gut gerüstet in bester Laune los. Das Wetter war traumhaft, strahlend blauer Himmel und schön warm.

Am ersten Haltepunkt waren diese Schuhe noch mit von der Partie, danach wurden sie unter den Wandersleut nicht mehr gesehen. Erst beim Abschlussbier in Wisjes tauchten sie wieder auf.


Der eben genannte Haltepunkt ist noch recht nah am Dorf. Unterhalb der Rexwiese wurde eine kunstvolle Sitzbank errichtet. Schreinarsch Rudi hatte einen entwurzelten Birnbaum sehr kreativ hergerichtet und aus seinem mächtigen Stamm eine Sitzbank und einen Tisch herausgearbeitet.
Rudi erklärte den Wanderern die Enstehungsgeschichte seines Werkes. Detailgetreu erzählte er die aufwendigen Schritte, die über Monate hinweg nötig gewesen waren, um dieses massive Kunstobjekt herzustellen.


Dabei betonte er mehrfach, wie wichtig die Boose-Bande in diesem Projekt gewesen waren. Zu des Schreiners vergleichsweise feinmotorischen Holzarbeiten gesellten sich die schweren Maschinen und die Erfahrungswerte von Fabian und dessen Konsorten. Es entstand ein Unikat der Meisterklasse, das zudem auch noch einen sehr bequemen Sitzplatz bietet. Der Ausblick über die schönen Felder, Wiesen und Wälder hinweg auf die weitläufige Eifel ist sagenhaft.

Ein Teil der BooseBande: Fabi und Bernd, mit von der Partie: Maxi, Nine und Jana
Auch dieser Bursche gehört zu der Sitzgruppe und wurde von Rudi aus den Wurzeln einer Rubinie erarbeitet. Drei dieser Gesellen sollen an die Zechenarbeiter der Erzgruben erinnern, deren Eingänge sich Talwärts befinden.
Auf den Spuren der Erzgräber führt der Weg hinab ins Tal. Am Eingang zum Abstieg wartet Jupp der Zechenarbeiter manchmal zusammen mit Nobbes dem Automechaniker auf dem Zechenpfad.

 

 

Talabwärts wurde es steil und holprig. Die unwegsamsten Stellen sind befestigt worden und siehe da: Ein anderes unglaubliches paar Schuhe ist in diesem Gelände gesichtet worden. Die Trägerin gelangte heilen Fußes wieder nach Morshausen, aber diese Schuhe flogen bald nach der Aufnahme von den Füßen.

 

Etwa auf halber Höhe liegt der Eingang der Theresiengrube. Heute führt der Weg nur noch wenige Meter in den Felsen hinein, danach verperrt aus Sicherheitsgründen eine Tür den Eingang. Deswegen kam es hier und da zum Stau, auf dem Foto treffen gerade die Nachbarinnen Helga und Alona aufeinander. Helga hatte übrigens kürzlich ihr Jubiläum „45 Jahre Mursche“ und ist tatsächlich noch nie am Perdskimbel gewesen! Eigentlich war dieser Kimbel ein Etappenziel der Einweihungswanderung, doch Helga hat sich mittendrin entschieden, den steilen Schlussstich sein zu lassen. Ob das an ihrem Erlebnis von vor 40 Jahren lag, als sie ihren Mann Werner am Perdskimbel mit dem Auto abholen sollte und den Weg nicht fand? In einer mörderrischen Irrfahrt quer duch den Wald mit dem fiebernden kleinen Michel drin – heute weltbester Metzger, der auch zu sämtlichen Anlässen das leckerste Fleisch nach Mursche liefert – und dessen Bruder Jürgen auf dem Rücksitz trällerte die junge Helga unermüdlich Kinderlieder und betete währenddessen still vor sich hin: „Lieber Gott, lass und gesund aus diesem Berg wieder raus kommen.“ Bis zum Perdskimbel hat Helga es bis zum heutigen Tag nicht geschafft. Vielleicht wäre das ja mal eine Anregung für unsere geschätzten Leser: Wer schafft es, Helga ein rundum schönes Erlebnis am Perdskimbel zu bieten?


Die erste echte Pause fand im Gasthaus der Forellenzucht statt. Davon gibt es in diesem Bericht leider keine Fotos. Dafür aber von diesem schönen Zechenhaus, das auf dem Weg zum Perdskimbel liegt.
Däh! Und hier chillet die Jugend: Tim, Finn und Helena. Übrigens fand Hans aus G. die Murscher Traumschleife tatsächlich schöner, als die Rabenlay in Gondershausen.
Diese Brücke hat ein Drittel der Gesamtkosten der Murscher Traumschleife ausgemacht.
„10000 Euro für eine Brücke über den Bach?“ Tim und Helena fanden das entschieden übertrieben und probierten spontan die günstigere Variante aus.
Unweit von dieser Brücke liegt der Perdskimbel. Die Murscher Jugend wartete auf die immer noch fröhlichen Wanderer mit leckerer Bratwurst und gekühltem Bier.

 

Und hier chillet auch die Jugend.

 

 

 

Leider endet die Bildfolge an dieser Stelle, weil die Fotolieferantin leider einen Termin verdusselt hatte und nach Hause musste. Der Aufstieg nach Morshausen ist extrem steil und nicht für jeden zu schaffen - aber für viele. In Mursche warteten am Backes die Murscher Backfrauen mit leckeren Brotschnitten, die Wurst vom weltbesten Metzger (bereits genannt - Kapps Michel) und das Brot am Vortag gebacken. Das Foto dazu ist allerdings einige Wochen vorher, an Murscha Ustere entstanden.

Die Murscher Backfrauen boten den nun etwas müderen Wandersleut die leckeren Brote und gekühlte Getränke und eben den Fiez von Comes Kurt an, so dass diese gut gestärkt die letzten 500 m bis nach Wisjes meistern konnten.

Der Ausklang war am und im Gasthaus Schmitt, wovon wir dann wieder ein Foto liefern können. Ali und Sandy hatten eine sehr passende Speisekarte entworfen, da gab es als Gerichte z.B. „Perdskimbel“ oder „Haaks Köppsche“ oder „Hampit der Jäger“ und weitere Hinweise auf die tradidionsreichen Eckpunkte der Strecke.

Alles in allem eine sehr gelungene Einweihung und eine traumhafte Schleife.